Ab dem 5. April ging es, in leicht veränderter Besetzung, auch dieses Jahr wieder nach Sardinien. Vom schneebedeckten Sempione fuhren wir in Sonnenschein und Platzregen über italienische Autobahnen nach Livorno und wurden dann von der Moby-Fähre übers Meer nach Olbia getragen. Olbia… cafe und Cornetto, per favore! Der obligatorische Abstecher nach Cala Gonone - und hier das erste Highlight (nach der Strasse, natürlich) auf das ich ein ganzes Jahr warten musste: Spaghetti alla bottarga.
Frisch gestärkt ging es dann Richtung Arbatax, wo wir dieses Mal ein nettes kleines Hotel in Girasole fanden, wo wir zuerst mal harzigen Rotwein und öligen Weisswein probieren mussten, bis wir ihn gut fanden. Leicht angeheitert schmeckte uns das Essen, welches aus dem obligatorischen Antipasto-Primi und Gnocchi Sardegna bestand, vorzüglich.

Am nächsten Tag, dank der Stationierung im Hotel ohne Gepäck, ging es über Tortoli und Lanusei zum s’Arcu su Pirastu Trottu, den wir in Motorradbekleidung erwanderten. Jaja, jugendlicher Leichtsinn brachte den Schweiss zum Rinnen, der dann im Fahrtwind über den Genna e Medau, den Arcu St. Stefano und den Genna su Ludu wieder getrocknet wurde.

Am vierten Tag ging es, wieder über Tortoli, auf den Genna ‘e Crésia nach Tertenia, wo unsere Fahrt jäh durch das Fehlen einer Brücke gestoppt wurde. Da der Fluss auch sonst keinerlei Möglichkeit zum sinnvollen queren bot, musste halt eine Umfahrung gewählt werden, die uns dann der Costa Rei entlang nach Villasimius brachte, wo mich eine Pizza in der Grösse meines Vorderrades erwartete. Der Abstecher ans Capo Carbonara bestätigte mich dann in meiner Vermutung, dass dort die gleichnamige Pastasauce nicht an Kakteen abgepumpt werden konnte. Also der Küste entlang zurück und dann über den Arcu ‘e Tidu mit seinen Atemberaubenden 426 Höhenmetern nach Girasole zurück.



Tag 5 - Regen. Danch regnete es noch ein wenig. SS389, SS131… Landschaft? Keine Ahnung, müsste es wohl gehabt haben. Ab Oristano im Regen ein Agriturismo gesucht, alle weggeschwemmt. Werden wir im Regen übernachten müssen? Auf dem Stimmungstiefpunkt doch noch eines gefunden - ganz für uns alleine. Während es draussen regnet, werden Antipasti, Vino, Pasta con Ragu, Fleisch und Grappa vernichtet und, gutschweizerisch, gejasst. Ein Spiel, welches der Besitzer wohl nie wirklich verstehen wird
Am nächsten Tag: Traumwetter und die Costa Verde vor der Tür! Picknick eingekauft und ab auf die Strasse. Erste Flussquerung erfolgreich, in der zweiten wäre wohl wenigstens Flörus Motor dank Wasserdirekteinleitung durch den Auspuff ersoffen. Also zurück nach Montevecchio und durch alte, verlassene Minendörfer nach Buggeru und ein wohlverdientes Gelati genossen.




Wer denkt, am siebten Tag erwarte uns wieder gutes Wetter, dem sei gesagt: NEIN! Wind, Wind, Kälte, Regen, Wind. Trotzdem über den Vallco Ortuabis nach Taxili und über Isili nach Gergei, wo wir ein trockenes Panini gegessen haben. Die Rückfahrt über Barumini und Siddi wurde angenehmer, der Wind liess etwas nach und sogar die Sonne hat sich ab und zu bis zu uns hervor getraut.

Am nächsten Tag? Genau! Regen. Und zwar von unten, oben, links und rechts gleichzeitig bis und mit Alghero. Nach dem Mittagessen begannen wir, ein Agriturismo zu suchen - alles voll. War da was? Au ja, genau, Osterwochenende. Zwei Stunden suchen wir bis, am Rand unserer Kräfte und Geduld, wir die Villa Barbarella finden. Luxushotel? Könnte man sagen, ja. Aber es hat Platz, wir bekommen einen Sonderpreis und das beste Antipasti-Angebot, dass ich je in meinem Leben gesehen und gegessen habe: 20 verschiedene Platten (!!!) werden aufgetischt. Und danach gibt es zwei Secondi und das Fleisch, nein, das schafft keiner mehr fertig. Aber Cafe und Limoncello haben immer Platz!
Am nächsten Tag stimmt das Wetter wieder: Sonne satt und Strassen mit Räubergrip. Am Elefantenfelsen vorebi geht es bis zum Capo d’Orso und danach runter nach Olbia, zu Antipasti di Mare und den letzten Bottarga, bevor uns die Fähre wieder ans Festland bringen wird, wo es einen Tag später, über italienische Autobahnen zurück in die Schweiz geht.



Sardinien 2010? Ja… aber nicht im Frühling! Darin sind wir uns einig! Copyright der Bilder bei Flöru, Tom, Remo oder bei mir. Danke, dass ich eure Verwenden darf 